Glasschneiden mit Petroleum


| Thema: Technik des Glasschneidens

Es gibt nur einen eng begrenzten Schneiddruck, der die beste Spaltwirkung erzeugt. Bei Verwendung von Schneidflüssigkeiten wie Terpentinöl oder Petroleum kann die Trennbarkeit erheblich verbessert werden. Das Schneidöl bindet alle Glassplitterchen und kann auch bis in die Tiefe des Spaltes eindringen. Dabei kann der Glasstaub viel tiefer in den Schnittspalt eindringen als beim trockenen Schnitt. Am Schnitt entlang entstehen beiderseits Begleitsprünge. Beim Stahlradschnitt sind sie sehr gut sichtbar und führen zu ganz leise hörbarem Abspringen langer, feiner Glasbändchen.

Verlauf der Brechbarkeit eines Glasschnitts mit trocken ausgeführtem Schnitt, mit Wasser und mit Petroleum. Die Benetzung der Schnittlinie mit Petroleum schafft im Bereich eines Schneiddrucks etwa zwischen 40 und 60 N die günstigsten Verhältnisse zum Aufbrechen des Schnitts.

Verlauf der Brechbarkeit eines Glasschnitts mit trocken ausgeführtem Schnitt, mit Wasser und mit Petroleum. Die Benetzung der Schnittlinie mit Petroleum schafft im Bereich eines Schneiddrucks etwa zwischen 40 und 60 N die günstigsten Verhältnisse zum Aufbrechen des Schnitts.

Der eingekeilte Glasstaub bewirkt allmählich weitere feinste Absplitterungen an den oberen Kanten des Schnittspaltes. Durch diese Aussplitterungen geht die Spannung im Spalt verloren, der Schnitt wird kalt und verliert immer mehr Spannung. Ein kalter Schnitt bricht schlecht, nach einigen Tagen oder Wochen überhaupt nicht mehr. Auch die Bruchfläche guter und schlechter Schnitte unterscheidet sich durch die Glätte bzw. die Unregelmäßigkeiten der Schneidkanten.

Schneidflüssigkeiten bewirken:

  • eine saubere Schnittführung
  • ein besseres Gleiten und geringeres Aussetzen des Glasschneider
  • eine Verringerung des Schneiddrucks
  • eine Schonung des Diamanten oder des Rädchens
  • ein längeres bestehen des Spannungsfeldes.

Schneiden von dünnem Glas ist schwerer als das schneiden von dickem Glas. Der normal aufgewendete Druck muss geringer sein. Die Schwierigkeit besteht darin, mit dem geringen Druck ein einwandfreies Schnittbild zu erzielen. Es ist deshalb erforderlich, für diesen Zuschnitt nur einwandfreie Glasschneider zu benutzen. Für Dünnglas bietet der Diamantglasschneider die besten Voraussetzungen, da beim schneiden mit einem Diamanten weniger Druck als beim schneiden mit Stahlrädchen ausgeübt werden muss.