Gemengebereitung


| Thema: Glasgemenge

Die einzelnen Rohstoffe werden in der jeweils berechneten Menge genau abgewogen und gemischt. Beides erfolgt durch vollautomatische Steuerungs- und Regelungsvorrichtungen, die ein exaktes und vor allem ein staubfreies Arbeiten gewährleisten. Das manuelle Mischen war gesundheitsschädlich und erforderte das Tragen von Staubschutzmasken.

Von der sorgfältigen Mischung der Rohstoffe zu einem homogenen Gemenge hängt später die Qualität des erschmolzenen Glases ab.

Quarzsand für die Glasherstellung

Quarzsand für die Glasherstellung

An das Gemenge werden im Hinblick auf eine hohe Glasqualität viele Forderungen gestellt. So sind der Kornaufbau, die Korngröße, der Feuchtigkeits- und der Gasgehalt entscheidende Faktoren, die die Eignung des Gemenges mitbestimmen.

Dem Gemenge werden zur Beschleunigung des Schmelzprozesses noch Glasscherben, Glasbruch aus eigener Produktion zugesetzt. Der Anteil soll mindestens 20 bis 30 % der Rohstoff-Gesamtmasse betragen. Er kann bei leicht schmelzbaren Gläsern bis auf 60 bis 70 % erhöht werden. Dieser Scherbenanteil bewirkt ein schnelleres Einschmelzen, da für ihn keine Reaktionswärme mehr verbraucht wird. Vorwiegend werden hierfür die Glasabfälle der Herstellungsbetriebe verwendet.

Wichtig ist die einheitliche chemische Zusammensetzung der Glasscherben, die mit der Zusammensetzung des übrigen Gemenges übereinstimmen muss. Trifft dies nicht zu, so ergibt sich kein reines Gemenge, und es können Glasfehler in Form von Steinen, Schlieren, Blasen und Verfärbungen auftreten.

Die in Glasereien anfallenden Glasscherben werden in einer Brockenkiste gesammelt. Diese Abfälle setzen sich aus Bruchstücken und Abschnitten der verschiedensten Flachglasarten und Herkunftsbetriebe zusammen, außerdem weisen sie erhebliche Verunreinigungen in Form von Dichtungsmittel-, Anstrich- und Staubresten auf. Damit aber auch diese Abfälle der Wiederverwendung zugeführt werden können, maschinell nach Farbe und Glasart getrennt. Früher wurde in den Glasereien Altglas sauber, d. h. frei von Kittresten, und nach Farbe getrennt sortiert. Der Einsatz von Altglas erfolgt dann in solchen Glaswerken, in denen keine so hohen Qualitätsanforderungen an die Produkte wie Glasflaschen gestellt werden.