Glasschneiden


| Thema: Beispiel Ausbildungsberichte

Glas wird nicht wirklich geschnitten, sondern getrennt. Hierzu wird ein Glasschneider mit Stahlrädchen mit leichtem Druck an einer Leiste oder frei über das Glas geführt, wobei das Stahlrädchen in die Glasoberfläche eindringt. Das Schnittsystem und sein innerer Aufbau sind nur unter dem Mikroskop sichtbar. Es entsteht ein Spalt, der von Begleitsprüngen gesäumt ist. Aus dem Zertrümmerungsbereich fällt Glasstaub in den Spalt. Um den Spalt herrscht eine Spannung, die für das saubere Brechen des Schnittes sorgt. Anschließend wird die angeritzte Seite auf Zug beansprucht und so wird das Glas getrennt. Da das Spannungsfeld bereits nach kurzer Zeit zurückgeht und seine Wirksamkeit verliert, sollte der Schnitt immer sorgfältig gebrochen werden.

1 Schnittkerbe; 2 in die Tiefe gehender Schnitt; 3 seitliche Begleitsprünge

1 Schnittkerbe; 2 in die Tiefe gehender Schnitt; 3 seitliche Begleitsprünge

Ein ungebrochen gealterter Schnitt wird als „erkalteter Schnitt“ bezeichnet. Bei Verwendung von Schneidflüssigkeit (Terpentinöl oder Petroleum) kann die Trennbarkeit noch erheblich verbessert werden; die Kraft, die aufgewendet werden muss, um den Schnitt zu brechen, wird geringer. Es entsteht ein „blankes Bruchufer“, denn bei geringerem Druck ist der Zertrümmerungsbereich kleiner. Das erleichtert die Kantenbearbeitung, außerdem wird der Glasschneider bei Verwendung von Schneidflüssigkeit geschont. Ist die Achse, auf der das Stahlrad läuft, ausgeleiert, dann fängt das Rädchen an zu flattern. Der Schnitt setzt aus, wenn es sich verkantet. Ist die Kante des Rädchens beschädigt, so stoppt es, das bedeutet der Schnitt setzt in gleichmäßigen Abständen aus und lässt sich nicht richtig brechen.