Archiv für den Monat April 2009

Im Float-Verfahren hergestelltes Spiegelglas

Sonntag, 26. April 2009

Spiegelglas
Es ist ein Flachglas, das früher durch Schleifen und Polieren der beiden Glasoberflächen hergestellt wurde. Heute wird es fast nur noch im Float-Verfahren produziert.

Charakteristische Merkmale des Spiegelglases sind:

  • klare, verzerrungsfreie Durchsicht
  • glänzende Oberfläche
  • hohes Reflexionsvermögen
  • PlanparalIelität

Bei Spiegelglas handelt es sich nicht um Glasspiegel! Ein Glasspiegel entsteht durch Belegen von Flachglas mit Silbernitrat oder durch Bedampfen mit Metall.

Heute ist der Großteil des Spiegelglases im Floatprozess erzeugtes Floatglas. Das Verfahren der britischen Firma Pilkington Brothers Ltd. wird seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts industriell angewandt und liefert derzeit etwa 95 % des gesamten Flachglases aller Anwendungsbereiche wie Fensterglas, Autoscheiben und Spiegel.

Der Begriff Spiegelglas steht nach “DIN 1249, Flachglas im Bauwesen” und “DIN 1259, Glas” für planes und durchsichtiges Glas, wird aber umgangssprachlich meist Floatglas genannt, welches heutzutage das Basisglas als Ausgangsmaterial aller Funktionsgläser für Bauten und Fahrzeuge ist.

Elektrofloat
Das Glasband wird bei seinem Lauf über das Zinnbad in getöntes Glas mit besonderen physikalischen Eigenschaften umgewandelt. Bei diesem Verfahren werden von einer elektrochemischen Anlage Metallionen in das Glas geschossen. Eindringtiefe und Intensität sind regelbar. Die Reduzierung der Metallionen zu Metall erfolgt sehr schnell. Als Ergebnis befinden sich sehr feine Metallteilchen dicht gelagert direkt unter der Glasoberfläche abriebfest und gegen chemische Einwirkungen geschützt.

Gezogene Flachgläser

Sonntag, 26. April 2009

Die als Dünnglas, Fensterglas und Dickglas bezeichneten Gläser werden unter dem übergeordneten Begriff Tafelglas zusammengefasst. Vom Produktionsvolumen her gesehen hatte Tafelglas den weitaus größten Anteil innerhalb der Flachgläser.

Tafelglas
Tafelgläser bis zu einer Nenndicke von 1,6 mm werden als Dünngläser bezeichnet. Verwendet werden sie als Bilderglas, Objektträger, Mehrscheibensicherheitsglas und fotografisches Plattenglas. Im Bauwesen werden Dünngläser aufgrund ihrer geringen Dicke nicht angewendet.

Fenstergläser – früher auch als Baugläser bezeichnet -umfassen die Dickenbereiche von 2 mm, 3 mm und 4 mm. Mit diesem Glas wurden früher – bis auf Ausnahmen – alle Fenster im Bauwesen verglast. Entsprechend der Fenstergröße und Gebäudelage muss die erforderliche Glasdicke bestimmt werden. Für die Verglasung mit großflächigen Scheiben, für Trägerplatten aus Glas und für Thekenaufsatzscheiben wird Dickglas oder Floatglas über 4 mm Dicke verwendet.

Überfangflachglas, trüb und klar
Dieses Glas ist zweischichtig. Es besteht aus einem farblosen Grundglas und dem farbigen Überfang. Trüb wird es in verschiedenen Pastellfarben geliefert, klar z.B. in den Farben Gelb, Blau, Grün und Violett. Die farbige Glasoberfläche wird mit Bläschen versehen, die einen Antikglaseffekt ergeben.

Trübgläser sind in der gesamten oder nur in der Überfangmasse mit einem Trübungsmittel versehen. Die Trübung wird durch viele Teilchen eines zugesetzten Fremdstoffs erreicht.

Verwendet werden

Fluoride Kalziumfluorid als Flußspat; Natriumsilicofluorid als Kieselfluornatrium; Kryolith als Doppelfluorid von Natrium und Aluminium
Phosphate Kalziumphosphat als Knochenasche; Kalziumhydrogenphosphat; Natriumhydrogenphosphat
Zinn-und Antimonverbindungen  

Gewalzte Flachgläser

Sonntag, 26. April 2009

Ornamentgläser
Ornamentglas ist ein Walzglas mit gemusterter Oberfläche. Dem gravierten Walzenmuster entsprechend lässt sich eine Vielzahl von Ornamentgläsern herstellen. Bedingt durch die unterschiedliche Lichtbrechung, hat dieses Glas eine diffuse Wirkung und wird als durchscheinendes Glas bezeichnet. Die Verwendung erfolgt dort, wo Licht, aber kein Einblick gewünscht wird. Es eignet sich daher zur Verglasung von Industriebauten, Trennwänden, Türen und Toiletten.

Gußantikglas
Beim Gießprozess wird dem Flachglas mittels einer Walze die Struktur des Antikglases eingeprägt. Das Licht wird an der Glasoberfläche gestreut, und somit ist ein Durchblicken nicht möglich. Gußantikglas schützt vor Sicht.

Drahtglas
Drahtglas wird durch Eindrücken eines Stahldrahtgewebes in die zähflüssige Glasmasse hergestellt. Bei mechanischer Zerstörung wird durch die Drahteinlage eine splitterbindende Wirkung erreicht.

Eine Drahtglasscheibe bietet eine größere Sicherheit als eine Glasscheibe ohne Drahteinlage. Bedeutungsvoll ist auch die feuerhemmende Eigenschaft. Nach der TRLV (Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen) wird für die Verglasung von Glasdächern und Oberlichten unter anderem Drahtglas als Sicherheitsglas gefordert, dies gilt jedoch nicht für Gewächshäuser.

Drahtglas sollte da verwendet werden, wo Unfallgefahren durch splitterndes Glas entstehen können. Hierzu gehören Werkhallen, geneigte oder waagerechte Verglasungen wie Lichtdecken oder Staubdecken, Windfänge, Balkonbrüstungen und großflächig zu verglasende Eingangstüren.

Drahtornamentglas
Es verbitndet die Eigenschaften des Drahtglases mit dem dekorativen Aussehen von Ornamentglas. Sicherheit wird so mit einem hohen Grad an gleichmäßiger Lichtstreuung verbunden. Es wird auch farbiges Drahtornamentglas hergestellt.

U-Profil-Glas
U-Profil-Glas ist in der DDR entwickelt worden. Im Prinzip entspricht es dem Verfahren zur Herstellung des Walzglases. Das rotglühende Glasband wird durch Biegevorrichtungen zu dem U-Profil geformt. Dem Verwendungszweck entsprechend wird dieses Glas mit und ohne Drahteinlage angefertigt. Durch die U-Form kann das Glas größere Belastung aushalten als vergleichsweise andere Baugläser. Als Glasbauelement für Wandverglasung und Dachverglasungen ist ein vielseitiger Einsatz möglich.

Bauteil Verwendung
Außenwandverglasung Werkhallen, Sporthallen, landwirtschaftliche Bauten, Förderbandbrücken
Trennwände Büro-und Arbeitsräume, sanitäre Anlagen, Gaststätten, Krankenhäuser
Windschutzwände Balkone, Gartenterrassen, Hauseingänge, Gaststättengärten
Dächer First-und Pultüberdachungen, Staubdecken, Schutzdächer, Wartehäuser

Opakes Glas
Opak bedeutet für Licht undurchlässig. Opakglas ist undurchsichtig und kann in vielen Farben hergestellt werden. Verwendet wird es als Wandverkleidung, als Fußbodennutzschicht und in der Möbelindustrie. Die Vorderseite ist feuerpoliert und die Rückseite mit einer gerippten oder gehämmerten Struktur versehen. In Fliesengröße wird opakes Glas auch als Glasfliese bezeichnet.

Opalglas
Es hat seinen Namen nach dem Halbedelstein Opal, der bekannt ist durch ein lebhaft schillerndes Farbenspiel bei mittlerer Durchsichtigkeit. Opalglas ist halb durchsichtig und zeigt einen opalisierenden Schimmer. Nicht verwechselt werden sollte Opalglas mit dem irisierenden Lüsterglas, das von Charles Louis Tiffany hergestellt wurde. Er hat den metallischen Schimmer, der durch Verwitterung auf den Gläsern entsteht. nachgeahmt und dadurch prunkvoll schillernde Gläser geschaffen.

Mundgeblasene Flachgläser

Montag, 13. April 2009

Es wird bei Mundgeblasenen Flachgläsern zwischen massiven und überfangenen Gläsern unterschieden. Beim Massivglas ist die Glasmasse eingefärbt, wogegen beim Überfangglas eine Grundglasmasse vorhanden ist, die mit einer farbigen Glasschicht überzogen, sprich überfangen ist. Die überfangene Seite hat durch den Anteil an färbenden Metalloxiden bzw. Trübungsmitteln eine andere Oberflächenhärte, die dem Schnitt nicht die erforderliche Wirkung verleiht. Beim Schneiden des Überfangglases sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass immer auf der Grundglasseite geschnitten wird.

Antikglas

Antikglas ist absichtlich – durch ungenügende Läuterung – mit Blasen und Schlieren versehen. Durch Zusatz von Metalloxiden lässt es sich in vielen Farbnuancen variieren. Verwendet wird es vorwiegend für Anfertigung von Kunstverglasungen. Seine besondere Eignung liegt auf dem Gebiet der Glasmalerei, wo sich durch verschiedene Maltechniken ausgezeichnete Farbeffekte erzielen lassen.

Farbflachglas / Signalglas

Das Glas ist transparent; es wird vorwiegend als Signalglas, aber auch zur dekorativen Gestaltung von Fenstern und anderen durchscheinenden
Elementen in der Innenarchitektur verwendet.

Durch Zugabe von Metalloxiden kann je nach Anteil eine mehr oder weniger große Farbintensität des Glases erreicht werden. Farbgläser sind durchsichtig. Lediglich bei sehr starker Überfärbung, z. B. bei Schweißerglas oder Schwarzglas, ist diese Durchsichtigkeit unter normalen Lichtverhältnissen nicht mehr gegeben.

Besonders schwierig ist die Herstellung gleichbleibender Farbtöne, da die Farbgebung auch von der Gemengezusammensetzung des Glases abhängt.

Färbemittel Glasfarbe
Kohlegelb: Kohlenstoff, Schwefel, Schwefelkadmium, Silber Gelb
Selenrubin Orange
Selenrubin, Kupferrubin, Goldrubin Rot
Nickeloxid, Manganoxid Violett
Kobaltoxid, Kupferoxid Blau
Eisenoxid, Magneteisenerz Blaugrün
Eisenoxid, Chromoxid, Uranoxid Grün
Natriumuranat Grüngelb
Kombinationen von Eisenoxid, Nickeloxid, Manganoxid und Kobaltoxid Braun
Überfärbungen mit Manganoxid, Nickeloxid oder Eisenoxid Schwarz

Übersicht der Flachgläser

Sonntag, 12. April 2009

Die Einteilung der Flachgläser wird nach dem Produktionsverfahren der Flachglas- und Spezialglasherstellung gegliedert. Flachglas wird je nach Produktionsverfahren Floatglas oder Walzglas genannt. Das Grundprodukt ist ein Glasscheibe. Endprodukte sind z.B. Floatglas, Spiegel, Ornamentglas, Verbundglas. Mundgeblasene Gläser existieren praktisch nur noch im Kunstgewerbe, sowie bei kostspieligen Vasen und Weingläser.

Entsprechend den Produktionsverfahren lassen sich die Flachgläser nach der in Tabelle angegebenen Übersicht einteilen.

Im Mundblasverfahren hergestellte Gläser Im Walzverfahren hergestellte Gläser Im Ziehverfahren hergestellte Gläser Im Floatverfahren hergestellte Gläser
Antikglas; echt massiv und überfangenes Farbflachglas (Signalglas); Schweißerschutzglas Ornamentglas; Gußantikglas; Drahtglas; Drahtornamentglas; U-Profil-Glas; Opakglas; Opalglas Tafelgläser wie Dünnglas bis 1,6 mm, Fensterglas 2 bis 4 mm und Dickglas bis 4 mm; Überfangflachglas, trüb und klar Spiegelglas 2 bis 21 mm, Elektrofloat

Das Ziehverfahren

Sonntag, 12. April 2009

1905 erfand der belgische Ingenieur Emile Fourcault die erste Maschine zur direkten Tafelglasherstellung. Das Problem, das es dabei zu lösen gab, war, das Abschnüren des aus der Schmelze herausgezogenen Glasbands zu verhindern. Wird ein Löffel in flüssigen Honig gesteckt und herausgezogen, so bildet sich am Ende ein Faden. Etwa so verhält sich auch die Glasmasse.

Die Lösung fand Fourcault dadurch, dass er die Glasmasse durch eine Ziehdüse drückte, dadurch vorformte und dann auf beiden Seiten des aufsteigenden Glasbands unmittelbar über dieser Düse Kühlrippen anbrachte, die dieses Abschnüren nicht mehr zuließen.

Der Ziehvorgang erfolgte folgendermaßen

Die Ziehdüse besteht aus feuerfesten Steinen, ist nach oben verjüngt und schwimmt auf der Glasmasse. Wird sie leicht in die Glasmasse gedrückt und verankert, so quillt die Glasmasse aus dem Schlitz hervor. Mit einem Fangstück, das zwischen den zu diesem Vorgang abgehobenen Walzen heruntergelassen wird, wird die Glasmasse nach oben gezogen. Passiert das aufsteigende Glasband die Walzen – das erste Walzenpaar liegt etwa 1 m über der Ziehdüse – so werden die Walzen an das Glasband herangedrückt. Sie übernehmen dann den weiteren vertikalen Transport in dem etwa 7 m hohen Zieh- und Kühlschacht. Die Walzenpaare sind mit Feuerfestem Material überzogen. Oberhalb des Ziehschachts befindet sich die Abbrechbühne, wo das aufsteigende Glasband automatisch abgeschnitten und gebrochen wird.

Eine diesem Glas anhaftende Eigenart sind die sogenannten Ziehstreifen, die die Ziehrichtung des Glases oft deutlich erkennbar machen. Da sie bei einigen Verglasungsarbeiten, z. B. bei Bildern, bei senkrechtem Verlauf eine stärkere Beeinträchtigung der Optik ergeben, sollte man die Streifen lieber horizontalen verlaufen lassen.

Fourcaultsche Ziehanlage mit Schmelzwanne, Ziehmaschine und Abbrechbühne

Fourcaultsche Ziehanlage mit Schmelzwanne, Ziehmaschine und Abbrechbühne

Die jeweils zu ziehende Glasdicke wird von der Ziehgeschwindigkeit bestimmt. Schnelleres Ziehen ergibt dünnes Glas und langsames Ziehen dickeres Glas. Dieses Prinzip gilt auch für das Floatverfahren.

Neben dem Fourcault-Verfahren, gibt es noch das Colburn-Verfahren und das Pittsburgh-Verfahren. Irving Waightman Colburn meldete seine Erfindung 1908 in den USA an. Das Glasband wird hier ohne die von Fourcault benutzte Ziehdüse direkt aus der Glasmasse gezogen. Diese wird von seitlichen Führungsrollen erfasst und zu einem Glasband gespannt. Die Kühlung erfolgt ebenfalls unmittelbar über dem entstehenden Glasband. In einer Höhe von 60 bis 70 cm wird das Glasband über eine Biegewalze in die horizontale Richtung gebracht und weitergezogen.

Das Pittsburgh-Verfahren wird seit 1928 zum Ziehen von Glas angewendet. Es ist eine Kombination der beiden oben beschriebenen Verfahren. Von Fourcault wurde der vertikale Ziehschacht übernommen. An Stelle der Düse befinden sich Leitkörper aus feuerfestem Stein an der Aushebestelle. Die seitlichen Walzenräder sind durch tellerförmige Haltevorrichtungen ersetzt.

Der Ziehvorgang nach Colburn

Der Ziehvorgang nach Colburn

Der Ziehvorgang nach Pittsburgh

Der Ziehvorgang nach Pittsburgh


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