Schablonen werden angefertigt, wenn man mit dem Winkel oder der Schneideleiste nicht mehr arbeiten kann und eine freihändige Schnittführung zu ungenau wäre. Eine Schablone stellt man wie folgt her: Auf einen Zeichenkarton wird Kohlepapier gelegt und darauf die Arbeitszeichnung mit kleinen Nägeln oder Klebeband fixiert. Mit einem spitzen Bleistift werden die Konturen der zu erstellenden Schablonen nachgezogen und durchgepaust. Die einzelnen Teile werden nummeriert und ausgeschnitten. Beim Ausschneiden sollte man nur kurze Schnitte durchführen, da sonst Absätze entstehen können, die einen durchgehenden Schnitt behindern. Danach wird die Schablone auf das Glas gelegt und das Stahlrädchen an der Kante entlang geführt.
Archiv für den Monat Juni 2009
Arbeiten mit der Schablone
Sonntag, 28. Juni 2009Bleifeld im verflochtenen Rechteckverband
Samstag, 27. Juni 2009| Aufgabe: | Bleifeld / verflochtenes Rechteckfeld; Glaszuschnitt und Verbleien |
| Werkzeug: | Bleimesser, Bleiaufreiber, leichter Hammer, Flachkopfnagel, Maßstab, 2 Treibleisten |
| Material: | Bleiprofile, Randblech, Glas |
In die Glasmaße ist für die Dicke des Bleikerns je 1½ mm einzurechnen. Der Glaszuschnitt erfolgt auf einem Brett mit dem Zuschneideschlitten. Die Scheiben müssen sehr genau und rechtwinklig zugeschnitten werden. Der Zuschnitt wird durch Gegeneinanderstellen der Scheiben überprüft. Die der Feldbreite und -höhe entsprechenden Längen werden aus Randblech geschnitten und an den Anschlag des Arbeitstisches gelegt. In dem hierbei entstandenen Falzwinkel wird die erste Scheibe eingelegt. In der Folge werden je zwei Scheiben mit einem Bleisteg verbunden. Bei strukturiertem Glas ist darauf zu achten, dass alle Scheiben gleich liegen.
Von dem gestreckten Blei wird ein handliches Stück mit dem Bleimesser abgeschnitten, ohne dass der Kern dabei zur Seite verdrückt wird. Nun wird das Blei mit dem Aufreiber aufgerieben und der Kopf mit dem Hammer gestaucht , um gestauchte Bande zu vermeiden. Das anstoßende Blei muss bis zum Kern des durchgehenden Bleis eingefügt werden. Wird ein neues Querblei vorgesetzt, muss erst das überstehende Bleiende abgeschnitten werden. Gestaucht wird es, indem man das Bleimesser unterlegt und dann das Blei zusammenklopft. Das Blei darf nicht über die Glaskante ragen. Das Einschieben der Scheibe in das Bleiprofil erfolgt in Richtung der zuletzt eingesetzten Sprosse. Mit dem Hammerstiel werden die Scheiben an den Kern angetrieben und gleichzeitig ausgerichtet. Flachkopfnägel werden vorgesetzt, um sie in der richtigen Lage zu halten. Der Nagel muss sich zur Scheibe hin neigen, da sonst die Unterseite des Glases beschädigt würde und die Scheibe beim Zusammentreiben nach obenhin ausweichen könnte. Direkt an das Blei dürfen keine Nägel gesetzt werden.
Durch das Flechtverfahren ist eine diagonale Arbeitsweise, wie in der Zeichnung dargestellt, einzuhalten. Sind alle Scheiben aufgebleit, werden die überstehenden Profile abgeschnitten und gestaucht. Das Randblech wird gelegt und die Treibleisten werden angelegt. Nun werden Maß und Winkel überprüft. Mit mäßigen Hammerschlägen gegen die Leisten wird das Bleifeld zusammengetrieben. Schließlich, wenn die Maße stimmen, werden die Leisten mit Nägeln festgesetzt.

Schema des verflochtenen Rechteckverbandes
Holz-Eckverbindung mit Schlitz und Zapfen
Samstag, 27. Juni 2009| Aufgabe: | Herstellen einer rechtwinkligen Holz-Eckverbindung durch Schlitz und Zapfen |
| Werkzeug: | Bleistift, Winkel , Reißnagel, Streichmaß, Klüpfel, Stemmeisen , Schlitzsäge, Absetzsäge |
| Material: | 2 Stück Holzprofile , Fertigmaße : 500 mm x 60 mm x 40 mm |
Der erste Arbeitsgang ist das Zusammenzeichnen der Hölzer durch Anbringen der Winkelzeichen, womit Höhen-und Querholz, sowie Innen-und Außenkante festgelegt sind. Am Höhenschenkel, der den Schlitz erhalten soll, wurden die Risse für das Außenmaß und, um die Schenkel breite nach innen versetzt, das Lichtmaß mit Reißnadel und Winkel angerissen. Beim Querschenkel, der den Zapfen erhält, werden die Risse auch auf die lnnen- und Außenseite übertragen. Zunächst habe ich mit der Absetzsäge beide Profile am Außenriss auf Länge geschnitten, dann die Einteilung von Schlitz und Zapfen nach der Dicke wie folgt vorgenommen: Aus der Zapfendicke von 14 mm ergeben sich für das Streichmaß die Einstellungen von 13 mm und 27 mm zum Anreißen an Innen-, Außen- und Hirnkante. Ich schnitt mit der Schlitzsäge beim Zapfen an der Außenseite, bei Schlitz an der Innenseite des Risses entlang und erhielt durch Ausstemmen mit dem Stemmeisen am Höhenholz den Schlitz. Das Querholz habe ich mit der Absetzsäge auf beiden Seiten abgesetzt, um den Zapfen zu erhalten.

Schematische Zeichnung einer rechtwinkligen Holz-Eckverbindung
Zum Abschluss der Unterweisung zeigte und erklärte mein Meister, wie man überprüft, ob eine solche Eckverbindung genau gearbeitet ist. Es war zu überprüfen:
- Die Gängigkeit von Schlitz und Zapfen durch Bewegen des im Schlitz.
- Oie Winkeligkeit durch Anlegen des Winkels an die Innenkante
- Die Ebenheit durch flaches Auflegen auf eine ebene Fläche, z. B. einen Maschinentisch.
Die Gängigkeit der Eckverbindung wurde vom Meister als “zügig” festgestellt und die Winkligkeit durch Nachschneiden des Stoßes zwischen Hirn-und Längsholz hergestellt. Die Ebenheit war gegeben.
Glasschneiden
Samstag, 27. Juni 2009Glas wird nicht wirklich geschnitten, sondern getrennt. Hierzu wird ein Glasschneider mit Stahlrädchen mit leichtem Druck an einer Leiste oder frei über das Glas geführt, wobei das Stahlrädchen in die Glasoberfläche eindringt. Das Schnittsystem und sein innerer Aufbau sind nur unter dem Mikroskop sichtbar. Es entsteht ein Spalt, der von Begleitsprüngen gesäumt ist. Aus dem Zertrümmerungsbereich fällt Glasstaub in den Spalt. Um den Spalt herrscht eine Spannung, die für das saubere Brechen des Schnittes sorgt. Anschließend wird die angeritzte Seite auf Zug beansprucht und so wird das Glas getrennt. Da das Spannungsfeld bereits nach kurzer Zeit zurückgeht und seine Wirksamkeit verliert, sollte der Schnitt immer sorgfältig gebrochen werden.

1 Schnittkerbe; 2 in die Tiefe gehender Schnitt; 3 seitliche Begleitsprünge
Ein ungebrochen gealterter Schnitt wird als “erkalteter Schnitt” bezeichnet. Bei Verwendung von Schneidflüssigkeit (Terpentinöl oder Petroleum) kann die Trennbarkeit noch erheblich verbessert werden; die Kraft, die aufgewendet werden muss, um den Schnitt zu brechen, wird geringer. Es entsteht ein “blankes Bruchufer”, denn bei geringerem Druck ist der Zertrümmerungsbereich kleiner. Das erleichtert die Kantenbearbeitung, außerdem wird der Glasschneider bei Verwendung von Schneidflüssigkeit geschont. Ist die Achse, auf der das Stahlrad läuft, ausgeleiert, dann fängt das Rädchen an zu flattern. Der Schnitt setzt aus, wenn es sich verkantet. Ist die Kante des Rädchens beschädigt, so stoppt es, das bedeutet der Schnitt setzt in gleichmäßigen Abständen aus und lässt sich nicht richtig brechen.
Informationen für den Lehrling
Samstag, 27. Juni 2009Gemäß Â§6 der Glaser-Ausbildungsverordnung hat der Lehrling ein Berichtsheft in Form eines Ausbildungsnachweises zu führen. Dieser Ausbildungsnachweis ist wöchentlich zu führen, wenn nicht durch Beschluss der Vollversammlung der zuständigen Handwerkskammer ein täglicher Ausbildungsnachweis vorgeschrieben ist. In den Ausbildungsnachweisen sollen stichwortartig die ausgeführten Arbeiten und Unterweisungen nach den beiliegenden Mustern von Ausbildungsnachweisen aufgeführt werden. Jeder Lehrling muss die Ausbildungsnachweise regelmäßig wöchentlich führen und sie dem Ausbilder vorlegen, ebenso bei der Zwischenprüfung. Der Nachweis der regelmäßig geführten Ausbildungsnachweise ist Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung!
Unabhängig von den wöchentlichen Ausbildungsnachweisen empfiehlt der BIV-Berufsbildungsausschuss, monatlich einen Ausbildungsbericht (Arbeitsbericht o. Monatsbericht genannt) zu erstellen. In diesen Ausbildungsberichten soll der Lehrling die bei den Unterweisungen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten schriftlich darstellen oder Arbeiten, die er selbst ausgeführt hat oder bei deren Ausführung er behilflich war, beschreiben. Der Bericht soll knapp und verständlich unter richtiger Anwendung der Fachausdrücke, in zusammenhängenden Sätzen verfasst und möglichst durch Zeichnungen ergänzt werden. Die Zeichnungen und Skizzen sind fachgerecht mit Bleistift – und soweit erforderlich – mit Farbstift auszuführen.
Bei der Beschreibung der Arbeitsabläufe in den Ausbildungsberichten ist darauf zu achten, dass nicht nur eine bloße Aufeinanderfolge einzelner Arbeitsvorgänge wiedergegeben wird, sondern dass auch die Zusammenhänge aufgezeigt und die verwendeten Werkstoffe, Werkzeuge, Geräte und Maschinen genannt und beschrieben werden. Die bei der Arbeit gesammelten Erfahrungen, auch z. B. wie man Fehler vermeidet, sollen ebenfalls dargelegt werden.
Der Lehrling muss jede Eintragung – Ausbildungsnachweis und Ausbildungsbericht – regelmäßig dem Ausbilder sowie dem gesetzlichen Vertreter zur Durchsicht und Abzeichnung vorlegen.
Das Berichtsheft / der Ausbildungsnachweis ist auf Anforderung dem Obermeister der Glaserinnung oder dessen Beauftragten (Lehrlingswart), dem zuständigen Lehrer an der Berufsschule und – wie bereits erwähnt in jedem Fall dem Prüfungsausschuss bei der Zwischenprüfung und vor der Gesellenprüfung vorzulegen.
Wortlaut: Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks
Begriffe zu Qualitätsrichtlinien
Sonntag, 21. Juni 2009Im folgendem finden Sie Begriffserläuterungen zu den Richtlinien für die Beurteilung visueller Qualität von Glas im Bauwesen. Die Richtlinien werden ständig überarbeitet und an die technischen Entwicklungen angepasst. Sie stellen für Verarbeiter und Kunden ein unverzichtbares Hilfsmittel dar. Die Richtlinien sollten Bestandteil jeden Vertrages sein. So bleibt sichergestellt, dass der Richtlinien weiterhin eine über die beteiligten Fachkreise hinausgehende Anerkennung und damit auch Wirksamkeit zu teil wird.
Begriffserläuterungen zu den Qualitätsrichtlinien
Interferenzerscheinungen: Bei Isolierglas aus Floatglas können Interferenzen in Form von Spektralfarben auftreten. Optische Interferenzen sind Überlagerungserscheinungen zweier oder mehrerer Lichtwellen beim Zusammentreffen auf einen Punkt. Sie zeigen sich durch mehr oder minder starke farbige Zonen, die sich bei Druck auf die Scheibe verändern. Dieser physikalische Effekt wird durch die Planparallelität der Glasoberflächen verstärkt. Diese Planparallelität sorgt für eine verzerrungsfreie Durchsicht. Interferenzerscheinungen entstehen zufällig und sind nicht zu beeinflussen.
Isolierglaseffekt: Isolierglas hat ein durch den Randverbund eingeschlossenes Luft-/Gasvolumen, dessen Zustand im Wesentlichen durch den barometrischen Luftdruck, die Höhe der Fertigungsstätte über Normal-Null (NN) sowie die Lufttemperatur zur Zeit und am Ort der Herstellung bestimmt wird. Bei Einbau von Isolierglas in anderen Höhenlagen, bei Temperaturänderungen und Schwankungen des barometrischen Luftdruckes (Hoch- und Tiefdruck) ergeben sich zwangsläufig konkave oder konvexe
Wölbungen der Einzelscheiben und damit optische Verzerrungen. Auch Mehrfachspiegelungen können unterschiedlich stark an Oberflächen von Glas auftreten. Verstärkt können diese Spiegelbilder erkennbar sein, wenn z. B. der Hintergrund der Verglasung dunkel ist. Diese Erscheinung ist eine physikalische Gesetzmäßigkeit.
Anisotropien: Anisotropien sind ein physikalischer Effekt bei wärmebehandelten Gläsern, resultierend aus der internen Spannungsverteilung. Eine abhängig vom Blickwinkel entstehende Wahrnehmung dunkelfarbiger Ringe oder Streifen bei polarisiertem Licht und/oder Betrachtung durch polarisierende Gläser ist möglich. Polarisiertes Licht ist im normalen Tageslicht vorhanden. Die Größe der Polarisation ist abhängig vom Wetter und vom Sonnenstand. Die Doppelbrechung macht sich unter flachem Blickwinkel oder auch bei im Eck zueinander stehenden Glasflächen stärker bemerkbar.
Kondensation auf Scheiben-Außenflächen (Tauwasserbildung): Kondensat (Tauwasser) kann sich auf den äußeren Glasoberflächen dann bilden, wenn die Glasoberfläche kälter ist als die
angrenzende Luft (z. B. beschlagene PKW-Scheiben). Die Tauwasserbildung auf den äußeren Oberflächen einer Glasscheibe wird durch den Ug-Wert, die Luftfeuchtigkeit, die Luftströmung und die Innen- und Außentemperatur bestimmt. Die Tauwasserbildung auf der raumseitigen Scheibenoberfläche wird bei Behinderung der Luftzirkulation, z. B. durch tiefe Laibungen, Vorhänge, Blumentöpfe, Blumenkästen, Jalousetten sowie durch ungünstige Anordnung der Heizkörper, mangelnde Lüftung o. ä. gefördert.
Bei Isolierglas mit hoher Wärmedämmung kann sich auf der witterungsseitigen Glasoberfläche vorübergehend Tauwasser bilden, wenn die Außenfeuchtigkeit (relative Luftfeuchte außen) hoch und die Lufttemperatur höher als die Temperatur der Scheibenoberfläche ist.
Benetzbarkeit von Glasoberflächen: Die Benetzbarkeit der Glasoberflächen kann z. B. durch Abdrücke von Rollen, Fingern, Etiketten, Papiermaserungen, Vakuumsaugern, durch Dichtstoffreste, Silikonbestandteile, Glättmittel, Gleitmittel oder Umwelteinflüsse unterschiedlich sein. Bei feuchten Glasoberflächen infolge Tauwasser, Regen oder Reinigungswasser kann die unterschiedliche Benetzbarkeit sichtbar werden.