Die Anfänge der Glasherstellung


| Thema: Historisches

Glas war zunächst ein Zufallsprodukt der Natur, so wie Obsidian, ein meist dunkelfarbiges, undurchsichtiges vulkanisches Glas, das sich durch die Temperaturen im Erdinneren bildet und bei Vulkanausbrüchen an die Erdoberfläche gelangt. Dieses Naturglas diente den Menschen als Schmuck, Pfeilspitzen und Gefäße. Es ist nicht bekannt, wann es zum ersten Mal gelang, Glas künstlich herzustellen. Archäologische Funde in gypten beweisen, daß dort bereits vor 7.000 Jahren Glas geschmolzen wurde. Vermutlich war das erste Glas ein Zufallsprodukt, das bei derVerhüttung von Erzen oder beim Brennen von Töpferwaren entstanden ist.

Vor ungefähr 5000 Jahren entdeckten mesopotanische Handwerker die Feuer und hohe Temperaturen kannten und beherrschten , wie aus Silizium, kohlensaurem Kali, Natrium-Karbonat, Kalk und Metalloxiden Glas hergestellt werden kann. Doch die Bearbeitung war schwierig, und so blieben Glasgegenstände hunderte von Jahren lang seltene und begehrte Kostbarkeiten. Glas wurde wie Metall, Ton oder Stein bearbeitet. Es wurde in Formen gegossen, auf Lehmkerne gezogen, geschnitten und geritzt.

Glas ist ein Produkt, das bei einer Temperaturvon rund 1400 °C schmilzt. Bei 1000 °C ist es formbar und bei normalen Temperaturen ein fester Körper. Glas ist ein vollkommen einheitlicher Stoff, eine erstarrte Schmelze, bei der die Moleküle keine Kristallgitter bilden und keinerlei Ordnung aufweisen. Durch diese Strukturlosigkeit verdankt Glas seine Durchsichtigkeit. Chemisch ist Glas nicht in Formeln zu fassen, da es sich aus Gemengen verschiedener Verbindungen zusammensetzt.

Lange bevor man diese Zusammenhänge kannte, konnte man Glas herstellen. Das älteste Glasrezept ist in Keilschrift überliefert. Man fand es in der Tontafelbibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal (668-626 v. Chr.). Dieses Rezept enthält alle auch heute noch verwendeten Rohstoffe. Der darin angegebene geringe Sandanteil deutet auf niedrige Schmelztemperaturen hin. Geringer Sandanteil und größere Beimengungen senken die Schmelztemperatur.