Historische Entwicklung der Glasherstellung


| Thema: Historisches

Die Mundblas- und Gußtischverfahren wurden durch die Tafelglas- und Spiegelglasherstellungsverfahren abgelöst, die bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts eingesetzt wurden.

Die Maschinenglasverfahren haben den Nachteil, daß in gewissem Umfange Verzerrungen und Welligkeiten auftreten. Für die Herstellung von Spiegelglas verursachte das notwendige Schleifen und Polieren hohe Mehrkosten, sie waren aber für die Erzeugung eines einwandfreien Endproduktes unumgänglich. Das Spiegelglasverfahren wird daher heute nicht mehr angewandt.

Für beide Verfahren wurden zwar im Laufe der Jahre erhebliche Verbesserungen erreicht, dennoch konnten die Nachteile nicht grundsätzlich beseitigt werden. Um den immer mehr zunehmenden Bedarf an hochwertigem Flachglas in jeder Weise zufriedenstellend decken zu können, mußten neue Wege beschritten werden.

Es ist daher logisch, daß bei der Erzeugung von Fensterglas und Spiegelglas der Preis, die Qualität und die Quantität in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen müssen.

Zu Beginn der 50er Jahre fand die englische Firma Pilkington Brothers mit dem Floatglas-Herstellungsverfahren die Lösung. Man entwickelte es, auch von Rückschlägen nicht entmutigt, mit Energie und hohem Kapitaleinsatz bis zur Fabrikationsreife im Jahre 1958.

Float heißt auf deutsch soviel wie „obenauf schwimmen oder treiben“, und damit ist auch das eigentliche Prinzip dieses Verfahrens charakterisiert.