Visuelle Eigenschaften von Glaserzeugnissen

21. Juni 2009

Bei der Beurteilung eines eingebauten Glaserzeugnisses ist davon auszugehen, dass außer der visuellen Qualität ebenso die Merkmale des Glaserzeugnisses zur Erfüllung seiner Funktionen mit zu berücksichtigen sind. Eigenschaftswerte von Glaserzeugnissen, wie z. B. Schalldämm-, Wärmedämm- und Lichttransmissionswerte etc., die für die entsprechende Funktion angegeben werden, beziehen sich auf Prüfscheiben nach der entsprechend anzuwendenden Prüfnorm. Bei anderen Scheibenformaten, Kombinationen sowie durch den Einbau und äußere Einflüsse können sich die angegebenen Werte und optischen Eindrücke ändern.

Die Vielzahl der unterschiedlichen Glaserzeugnisse lässt nicht zu, dass die Beurteilung durch Prüfungsgrundsätze uneingeschränkt anwendbar ist. Unter Umständen ist eine auf das Produkt  bezogene Beurteilung erforderlich. In solchen Fällen, wie z. B. bei angriffhemmenden Verglasungen, sind die besonderen Anforderungsmerkmale in Abhängigkeit der Nutzung und der Einbausituation zu bewerten.

Bei Beurteilung bestimmter Merkmale sind die produktspezifischen Eigenschaften zu beachten.

Eigenfarbe: Alle bei Glaserzeugnissen verwendeten Materialien haben rohstoffbedingte Eigenfarben, welche mit zunehmender Dicke deutlicher werden können. Aus funktionellen Gründen werden beschichtete Gläser eingesetzt. Auch beschichtete Gläser haben eine Eigenfarbe. Diese Eigenfarbe kann in der Durchsicht und/oder in der Aufsicht unterschiedlich erkennbar sein. Schwankungen des Farbeindruckes sind aufgrund des Eisenoxidgehalts des Glases, des Beschichtungsprozesses, der Beschichtung sowie durch Veränderungen der Glasdicken und des Scheibenaufbaus möglich und können nicht vermeiden werden.

Farbunterschiede bei Beschichtungen: Eine objektive Bewertung des Farbunterschiedes bei transparenten und nicht transparenten Beschichtungen erfordert die Messung bzw. Prüfung des Farbunterschiedes unter vorher exakt definierten Bedingungen (Glasart, Farbe, Lichtart). Eine derartige Bewertung kann nicht in Prüfungsgrundsätzen geregelt sein.

Isolierglas mit innen liegenden Sprossen: Durch klimatische Einflüsse (z. B. Doppelscheibeneffekt) sowie Erschütterungen oder manuell angeregte Schwingungen können zeitweilig bei Sprossen Klappergeräusche entstehen. Des Weiteren sin sichtbare Sägeschnitte und geringfügige Farbablösungen im Schnittbereich Herstellungsbedingung und können durchaus eine Abweichungen von der Rechtwinkligkeit innerhalb der Feldeinteilungen aufweisen. Diese Auffälligkeiten sind unter Berücksichtigung der Fertigungs- und Einbautoleranzen und des Gesamteindrucks zu beurteilen. Auch
Auswirkungen aus temperaturbedingten Längenänderungen bei Sprossen im Scheibenzwischenraum können grundsätzlich nicht vermieden werden.

Bewertung des sichtbaren Bereiches des Isolierglas-Randverbundes: Im sichtbaren Bereich des Randverbundes und somit außerhalb der lichten Glasfläche können bei Isolierglas am Glas und Abstandhalterrahmen fertigungsbedingte Merkmale erkennbar sein. Wenn konstruktionsbedingt der Isolierglas-Randverbund an einer oder mehreren Seiten nicht durch einen Rahmen abgedeckt ist, können im Bereich des Randverbundes fertigungsbedingte Merkmale sichtbar werden.

Außenflächenbeschädigung: Bei mechanischen oder chemischen Außenflächenverletzungen, die nach dem Verglasen erkannt werden, ist die Ursache zu klären. Solche Beanstandungen können auch nach den Prüfungsgrundsätzen der Qualitätsrichtlinien beurteilt werden. Auserdem gelten auch noch folgende Normen und Richtlinien:

  • Technische Richtlinien des Glaserhandwerks
  • VOB DIN 18361 ” Verglasungsarbeiten”
  • Produktnormen für die betrachteten Glasprodukte
  • Merkblatt zur Glasreinigung, herausgegeben vom Bundesverband u. a.

und die jeweiligen technischen Angaben sowie die gültigen Einbauvorschriften der Hersteller.

Physikalische Merkmale: Von der Beurteilung der visuellen Qualität ausgeschlossen sind eine Reihe unvermeidbarer physikalischer Phänomene, die sich in der lichten Glasfläche bemerkbar machen können, wie:

  • Interferenzerscheinungen
  • Doppelscheibeneffekt
  • Anisotropien
  • Kondensation auf den Scheiben-Außenflächen (Tauwasserbildung)
  • Benetzbarkeit von Glasoberflächen

Glasfehler und visuelle Qualität

21. Juni 2009

Die Qualität des Flachglases wird nach Art und Anzahl der auftretenden Glasfehler bestimmt. Die Richtlinien für die Beurteilung der visuellen Qualität von Glas für das Bauwesen gilt für die im eingebauten Zustand verbleibende lichte Glasfläche. Die Beurteilung erfolgt etwa durch Prüfungsgrundsätze des Instituts des Glaserhandwerks für Verglasungstechnik und Fensterbau sowie des Technischen Ausschuss des Bundesverband Flachglas Großhandel, Isolierglasherstellung, Veredlung.

Beschichtetes Glas, eingefärbte Gläser, nicht transparenten Beschichtungen bzw. Verbundgläsern oder vorgespannten Gläsern können ebenfalls nach diesen Prüfungsgrundsätzen beurteilt werden. Die Richtlinien gelten nur eingeschränkt für Glas in Sonderausführungen, wie z. B. Glas mit eingebauten Elementen im Scheibenzwischenraum (SZR) oder im Verbund, Glaselemente unter Verwendung von Ornamentglas oder angriffhemmende Verglasungen und Brandschutzverglasungen. Sie werden in Abhängigkeit der verwendeten Materialien, der Produktionsverfahren und der entsprechenden Herstellerhinweise beurteilt.

Die Bewertung der visuellen Qualität der Kanten von Glaserzeugnissen spielt bei allseitig gerahmten Konstruktionen keine rolle, da hier nur das Betrachtungskriterium Falzzone gilt. Die geplante Einbauvariante sollte schon bei der Bestellung angegeben werden, da vermehrt auch rahmenlose Konstruktionen verwendung finden. Auf alle fälle sollten für die Betrachtung von Glas in Fassaden in der Außenansicht besondere Bedingungen vereinbart werden.

Glasfehler und deren Ursache

Fehler Ursache
Blasen ungenügende Läuterung der Glasmasse (in runder oder länglicher Form)
Knoten Tonsteinchen, die im Glas gelöst werden, aber als Fremdstoff sichtbar bleiben
Schlieren ungenügende Homogenität der Glasmasse
Winden schlechte Vermischung der einzelnen Glasschichten
Fäden Tropfen von abschmelzenden Wannensteinen, die sich nicht mit der Glasmasse versmelzen lassen
Kratzer Oberflächenverletzungen des Glases

Generell ist bei der Prüfung die Durchsicht durch die Verglasung, dass heißt die Betrachtung des Hintergrundes und nicht die Aufsicht maßgebend. Dabei dürfen die Beanstandungen nicht besonders markiert sein.

Die Prüfung der Verglasungen wird aus einem Abstand von mindestens 1 m von innen nach außen und aus einem Betrachtungswinkel, welcher der allgemein üblichen Raumnutzung entspricht, vorgenommen. Geprüft wird bei diffusem Tageslicht, wie zum Beispiel bedecktem Himmel, ohne direktes Sonnenlicht oder künstliche Beleuchtung. Die Verglasungen innerhalb von Räumlichkeiten bei Innenverglasungen sollten bei normaler, für die Nutzung der Räume vorgesehener Ausleuchtung unter einem senkrechten Betrachtungswinkel zur Glasoberfläche geprüft werden. Außenverglasungen, wie Glasfassaden, werden von außen unter Berücksichtigung dazu üblicher Betrachtungsabstände beurteilt.

Prüfbedingungen und Betrachtungsabstände aus Vorgaben in Produktnormen für die betrachteten Verglasungen können abweichen und werden in den Prüfungsrichtlinie nicht berücksichtigt. Die in den Produktnormen beschriebenen Prüfbedingungen sind am Objekt oft nicht einzuhalten.

Qualitätszonen für die Beurteilung der visuellen Qualität von Glas

Qualitätszonen für die Beurteilung der visuellen Qualität von Glas


Zulässigkeiten für die visuelle Qualität von Glas für das Bauwesen
Tabelle aufgestellt für Floatglas, ESG, TVG, VG, VSG, jeweils beschichtet oder unbeschichtet

F = Falzzone:
Breite 18 mm (mit Ausnahme von mechanischen Kantenbeschädigungen keine Einschränkungen)

R = Randzone:
Fläche 10 % der jeweiligen lichten Breiten- und Höhenmaße (weniger strenge Beurteilung)

H = Hauptzone:
(strengste Beurteilung)

Zone Zulässig pro Einheit sind:


F
Außen liegende flache Randbeschädigungen bzw. Muscheln, die die Festigkeit des Glases nicht beeinträchtigen und die Randverbundbreite nicht überschreiten.
Innen liegende Muscheln ohne lose Scherben, die durch Dichtungsmasse ausgefüllt sind.
Punkt- und flächenförmige Rückstände sowie Kratzer uneingeschränkt.




R
Einschlüsse, Blasen, Punkte, Flecken etc.:
Scheibenfläche < 1 m²: max. 4 Stück à < 3 mm Ø
Scheibenfläche > 1 m²: max. 1 Stück à < 3 mm Ø je umlaufenden m Kantenlänge
Rückstände (punktförmig) im Scheibenzwischenraum (SZR):
Scheibenfläche < 1 m²: max. 4 Stück à < 3 mm Ø
Scheibenfläche > 1 m²: max. 1 Stück à < 3 mm Ø je umlaufenden m Kantenlänge
Rückstände (flächenförmig) im SZR: weißlich grau bzw. transparent - max. 1 Stück < 3 cm²
Kratzer: Summe der Einzellängen: max. 90 mm - Einzellänge: max. 30 mm
Haarkratzer: nicht gehäuft erlaubt



H
Einschlüsse, Blasen, Punkte, Flecken etc.:
Scheibenfläche < 1 m²: max. 2 Stück à < 2 mm Ø
1 m² < Scheibenfläche < 2 m²: max. 3 Stück à < 2 mm Ø
Scheibenfläche > 2 m²: max. 5 Stück à < 2 mm Ø
Kratzer: Summe der Einzellängen: max. 45 mm - Einzellänge: max. 15 mm
Haarkratzer: nicht gehäuft erlaubt


R+H
max. Anzahl der Zulässigkeiten wie in Zone R
Einschlüsse, Blasen, Punkte, Flecken etc. von 0,5 bis < 1,0 mm sind ohne Flächenbegrenzung zugelassen, außer bei Anhäufungen. Eine Anhäufung liegt vor, wenn mindestens 4 Einschlüsse, Blasen, Punkte, Flecken etc. innerhalb einer Kreisfläche mit einem Durchmesser von < 20 cm vorhanden sind.

Hinweise:
Die Beanstandungen < 0,5 mm werden nicht berücksichtigt. Vorhandene Störfelder (Hof) dürfen nicht größer als 3 mm sein.

Zulässigkeiten für Dreifach-Wärmedämmglas, Verbundglas (VG) und Verbundsicherheitsglas (VSG):

Die Zulässigkeiten der Zone R und H erhöhen sich in der Häufigkeit je zusätzlicher Glaseinheit und je Verbundglaseinheit um 25 % der oben genannten Werte. Das Ergebnis wird stets aufgerundet.

    Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und teilvorgespanntes Glas (TVG) sowie Verbundglas und Verbundsicherheitsglas aus ESG und TVG:

    1. Die lokale Welligkeit auf der Glasfläche – außer bei ESG und TVG aus Omamentglas – darf 0,3 mm bezogen auf eine Messstrecke von 300 mm nicht überschreiten.
    2. Die Verwerfung bezogen auf die gesamte Glaskantenlänge – außer bei ESG und TVG aus Omamentglas – darf nicht größer als 3 mm pro 1000 mm Glaskantenlänge sein. Andere, z. B. geringere zulässige Wölbungen müssen vereinbart sein. Bei quadratischen Formaten und annähe md quadratischen Formaten (bis 1:1,5) sowie bei Einzelscheiben mit einer Nenndicke < 6 mm können größere Verwerfungen auftreten.

    Dicken- und Abmessungen der wichtigsten Flachgläser

    02. Mai 2009

    An vielen Standorten in Deutschland wird nach dem von Pilkington-Flotglasverfahren Flachglas hergestellt. Das Glas wird auf Mehrweggestellen und in Endkappen geliefert. Die Verpackungseinheiten werden nach Bandmaß und Geteiltem Bandmaß unterschieden. Der begriff “Bandmaß” leitet sich hierbei vom Glasband bei dem jeweiligem Glasherstellungsverfahren ab, welche aus dem Glasgemenge entnommen wird. Weiterlesen »

    Im Float-Verfahren hergestelltes Spiegelglas

    26. April 2009

    Spiegelglas
    Es ist ein Flachglas, das früher durch Schleifen und Polieren der beiden Glasoberflächen hergestellt wurde. Heute wird es fast nur noch im Float-Verfahren produziert.

    Charakteristische Merkmale des Spiegelglases sind:

    • klare, verzerrungsfreie Durchsicht
    • glänzende Oberfläche
    • hohes Reflexionsvermögen
    • PlanparalIelität

    Bei Spiegelglas handelt es sich nicht um Glasspiegel! Ein Glasspiegel entsteht durch Belegen von Flachglas mit Silbernitrat oder durch Bedampfen mit Metall.

    Heute ist der Großteil des Spiegelglases im Floatprozess erzeugtes Floatglas. Das Verfahren der britischen Firma Pilkington Brothers Ltd. wird seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts industriell angewandt und liefert derzeit etwa 95 % des gesamten Flachglases aller Anwendungsbereiche wie Fensterglas, Autoscheiben und Spiegel.

    Der Begriff Spiegelglas steht nach “DIN 1249, Flachglas im Bauwesen” und “DIN 1259, Glas” für planes und durchsichtiges Glas, wird aber umgangssprachlich meist Floatglas genannt, welches heutzutage das Basisglas als Ausgangsmaterial aller Funktionsgläser für Bauten und Fahrzeuge ist.

    Elektrofloat
    Das Glasband wird bei seinem Lauf über das Zinnbad in getöntes Glas mit besonderen physikalischen Eigenschaften umgewandelt. Bei diesem Verfahren werden von einer elektrochemischen Anlage Metallionen in das Glas geschossen. Eindringtiefe und Intensität sind regelbar. Die Reduzierung der Metallionen zu Metall erfolgt sehr schnell. Als Ergebnis befinden sich sehr feine Metallteilchen dicht gelagert direkt unter der Glasoberfläche abriebfest und gegen chemische Einwirkungen geschützt.

    Gezogene Flachgläser

    26. April 2009

    Die als Dünnglas, Fensterglas und Dickglas bezeichneten Gläser werden unter dem übergeordneten Begriff Tafelglas zusammengefasst. Vom Produktionsvolumen her gesehen hatte Tafelglas den weitaus größten Anteil innerhalb der Flachgläser.

    Tafelglas
    Tafelgläser bis zu einer Nenndicke von 1,6 mm werden als Dünngläser bezeichnet. Verwendet werden sie als Bilderglas, Objektträger, Mehrscheibensicherheitsglas und fotografisches Plattenglas. Im Bauwesen werden Dünngläser aufgrund ihrer geringen Dicke nicht angewendet.

    Fenstergläser – früher auch als Baugläser bezeichnet -umfassen die Dickenbereiche von 2 mm, 3 mm und 4 mm. Mit diesem Glas wurden früher – bis auf Ausnahmen – alle Fenster im Bauwesen verglast. Entsprechend der Fenstergröße und Gebäudelage muss die erforderliche Glasdicke bestimmt werden. Für die Verglasung mit großflächigen Scheiben, für Trägerplatten aus Glas und für Thekenaufsatzscheiben wird Dickglas oder Floatglas über 4 mm Dicke verwendet.

    Überfangflachglas, trüb und klar
    Dieses Glas ist zweischichtig. Es besteht aus einem farblosen Grundglas und dem farbigen Überfang. Trüb wird es in verschiedenen Pastellfarben geliefert, klar z.B. in den Farben Gelb, Blau, Grün und Violett. Die farbige Glasoberfläche wird mit Bläschen versehen, die einen Antikglaseffekt ergeben.

    Trübgläser sind in der gesamten oder nur in der Überfangmasse mit einem Trübungsmittel versehen. Die Trübung wird durch viele Teilchen eines zugesetzten Fremdstoffs erreicht.

    Verwendet werden

    Fluoride Kalziumfluorid als Flußspat; Natriumsilicofluorid als Kieselfluornatrium; Kryolith als Doppelfluorid von Natrium und Aluminium
    Phosphate Kalziumphosphat als Knochenasche; Kalziumhydrogenphosphat; Natriumhydrogenphosphat
    Zinn-und Antimonverbindungen  

    Gewalzte Flachgläser

    26. April 2009

    Ornamentgläser
    Ornamentglas ist ein Walzglas mit gemusterter Oberfläche. Dem gravierten Walzenmuster entsprechend lässt sich eine Vielzahl von Ornamentgläsern herstellen. Bedingt durch die unterschiedliche Lichtbrechung, hat dieses Glas eine diffuse Wirkung und wird als durchscheinendes Glas bezeichnet. Die Verwendung erfolgt dort, wo Licht, aber kein Einblick gewünscht wird. Es eignet sich daher zur Verglasung von Industriebauten, Trennwänden, Türen und Toiletten.

    Gußantikglas
    Beim Gießprozess wird dem Flachglas mittels einer Walze die Struktur des Antikglases eingeprägt. Das Licht wird an der Glasoberfläche gestreut, und somit ist ein Durchblicken nicht möglich. Gußantikglas schützt vor Sicht.

    Drahtglas
    Drahtglas wird durch Eindrücken eines Stahldrahtgewebes in die zähflüssige Glasmasse hergestellt. Bei mechanischer Zerstörung wird durch die Drahteinlage eine splitterbindende Wirkung erreicht.

    Eine Drahtglasscheibe bietet eine größere Sicherheit als eine Glasscheibe ohne Drahteinlage. Bedeutungsvoll ist auch die feuerhemmende Eigenschaft. Nach der TRLV (Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen) wird für die Verglasung von Glasdächern und Oberlichten unter anderem Drahtglas als Sicherheitsglas gefordert, dies gilt jedoch nicht für Gewächshäuser.

    Drahtglas sollte da verwendet werden, wo Unfallgefahren durch splitterndes Glas entstehen können. Hierzu gehören Werkhallen, geneigte oder waagerechte Verglasungen wie Lichtdecken oder Staubdecken, Windfänge, Balkonbrüstungen und großflächig zu verglasende Eingangstüren.

    Drahtornamentglas
    Es verbitndet die Eigenschaften des Drahtglases mit dem dekorativen Aussehen von Ornamentglas. Sicherheit wird so mit einem hohen Grad an gleichmäßiger Lichtstreuung verbunden. Es wird auch farbiges Drahtornamentglas hergestellt.

    U-Profil-Glas
    U-Profil-Glas ist in der DDR entwickelt worden. Im Prinzip entspricht es dem Verfahren zur Herstellung des Walzglases. Das rotglühende Glasband wird durch Biegevorrichtungen zu dem U-Profil geformt. Dem Verwendungszweck entsprechend wird dieses Glas mit und ohne Drahteinlage angefertigt. Durch die U-Form kann das Glas größere Belastung aushalten als vergleichsweise andere Baugläser. Als Glasbauelement für Wandverglasung und Dachverglasungen ist ein vielseitiger Einsatz möglich.

    Bauteil Verwendung
    Außenwandverglasung Werkhallen, Sporthallen, landwirtschaftliche Bauten, Förderbandbrücken
    Trennwände Büro-und Arbeitsräume, sanitäre Anlagen, Gaststätten, Krankenhäuser
    Windschutzwände Balkone, Gartenterrassen, Hauseingänge, Gaststättengärten
    Dächer First-und Pultüberdachungen, Staubdecken, Schutzdächer, Wartehäuser

    Opakes Glas
    Opak bedeutet für Licht undurchlässig. Opakglas ist undurchsichtig und kann in vielen Farben hergestellt werden. Verwendet wird es als Wandverkleidung, als Fußbodennutzschicht und in der Möbelindustrie. Die Vorderseite ist feuerpoliert und die Rückseite mit einer gerippten oder gehämmerten Struktur versehen. In Fliesengröße wird opakes Glas auch als Glasfliese bezeichnet.

    Opalglas
    Es hat seinen Namen nach dem Halbedelstein Opal, der bekannt ist durch ein lebhaft schillerndes Farbenspiel bei mittlerer Durchsichtigkeit. Opalglas ist halb durchsichtig und zeigt einen opalisierenden Schimmer. Nicht verwechselt werden sollte Opalglas mit dem irisierenden Lüsterglas, das von Charles Louis Tiffany hergestellt wurde. Er hat den metallischen Schimmer, der durch Verwitterung auf den Gläsern entsteht. nachgeahmt und dadurch prunkvoll schillernde Gläser geschaffen.


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