Der Schmelzprozess


| Thema: Schmelzen von Glas

Das Gemenge wird einer Glasschmelzwanne aufgegeben und bei einer Temperatur von 1400 bis 1500 °C schmilzt es allmählich, der Läuterungsprozess setzt ein und die Glasmasse wird durch Bewegungen im Glasbad homogenisiert. In kontinuierlich arbeitenden Anlagen, die im industriellen Maßstab mittlerweile ausschließlich Verwendung finden, fließt das Glas weiter von der Schmelzwanne, mit ihrem Schmelz- und Läuterbereich, über einen eine Einschnürung in die Arbeitswanne. Bei geringeren Temperaturen beruhigt sich die Schmelze wieder und fließt weiter zum Punkt der Glasentnahme. Bei der Produktion von Flachglas fließt das Glas über die Lippe in das Floatbad.

Das Schmelzen des Glases ist ein komplizierter Prozess, der physikalische und chemische Vorgänge umfasst. Die einzelnen Stadien der Glasbildung lassen sich wie folgt darstellen:

Grobschmelze Die Gemengenbestandteile reagieren miteinander.
Sinterungsmasse Große Teile der gasförmigen Bestandteile verflüchtigen sich. Bei 800 bis 900 °C hat sich das Gemenge in eine gesinterte Masse umgewandelt. Es ist zu einer Silikatbildung gekommen.
Bildung des Glases Bei Erhöhung der Temperatur auf etwa 1200 °C beginnt die Sintermasse, die auch als Fritte bezeichnet wird, zu schmelzen. Alle Gemengebestandteile sind geschmolzen, und die Masse wird durchsichtig. Die eingeschlossenen Gasblasen durchsetzen jedoch noch die Glasmasse.
Feinschmelze (Läuterung) Bei weiterer Erhitzung auf Temperaturen zwischen 1400 und 1500 °C nimmt die Zähigkeit der Glasmasse weiter ab, und die gasförmigen Einschlüsse entweichen durch den Läuterungsprozes.
Hornogenisierung Verbleibt die Glasmasse längere Zeit auf einer Temperatur, die etwas unter der Läuterungstemperatur liegt, so findet ein Ausgleich der chemischen Zusammensetzung statt. Durch Diffusion werden auch die noch verbliebenen Schlieren beseitigt, und die Glasmasse wird homogen.
Abstehen Bevor die Glasmasse verarbeitet wird, steht sie noch bei einer Temperatur von 1000 bis 1100 °C in der Schmelzwanne ab. Dadurch wird die Glasmasse zähflüssiger und für die Formgebung geeignet.

Diese Stadien des Glasschmelzprozesses sind eng miteinander verknüpft. Nicht alle Prozesse verlaufen dabei nacheinander, sondern einige auch gleichzeitig.